Methodik von Great Place to Work®

Was ist ein Great Place to Work®?

Ein Great Place to Work® ist ein Ort, der inspiriert, nach den Sternen zu greifen. Es ist ein Ort, wo Mitarbeitende aller Generationen sich persönlich und professionell weiterentwickeln können, wo man sich gegenseitig vertraut und unterstützt, wo man stolz auf seine Arbeit ist und wo die Zusammenarbeit mit den Arbeitskollegen Spass macht. Ein Great Place to Work® ist ein Ort, wo man sich selbst verwirklichen kann.

Wie ein Great Place to Work® gemessen wird

Seit mehr als 20 Jahren erhebt und analysiert Great Place to Work® Daten, um die Arbeitsplatzkultur von Organisationen zu messen. Seit jeher gilt Vertrauen als Fundament einer hervorragenden Arbeitsplatzkultur. Mit der Entwicklung der Arbeitswelt und der Evaluation von unzähligen Organisationen wurde aber auch die Methodologie stetig angepasst – denn grossartige Arbeitgeber sind nur jene, die einen Great Place to Work für alle Mitarbeitenden schaffen. Gemessen werden im Great Place to Work® For All Modell deshalb sechs Faktoren: Das gegenseitige Vertrauen als Basis der Arbeitsplatzkultur, die gelebten Werte, die Führungsqualität, das Ausmass der Potenzialentfaltung aller Mitarbeitenden und die daraus resultierende Innovationskraft sowie Wertschöpfung.

Das Great Place to Work® For All Modell

Organisationen entfalten das Potenzial aller Mitarbeitenden durch eine vertrauensbasierte Arbeitsplatzkultur, den gelebten Werten und der Führungsqualität. Passend platziert bieten diese Teile die Grundlage für eine stärkere Innovationskraft und eine höhere Wertschöpfung. Das Modell ist wie ein leckeres Gericht, das an allen Kochwettbewerben gewinnen würde, aber nicht leicht zuzubereiten ist: Das Erkennen vom menschlichen Potenzial wäre die Hauptzutat, Vertrauen das Rezept und die Führungskräfte die Köche, die die Herausforderung meistern müssten.

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Potenzialentfaltung aller Mitarbeitenden 

Organisationen müssen agil, innovativ und authentisch gegenüber ihren Kunden auftreten, um wirtschaftlich zu sein und die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt erfolgreich angehen zu können. Das erreichen sie aber nur mit einer Arbeitsplatzkultur, in der alle Mitarbeitenden ihr Bestes geben und das Potenzial aller Mitarbeitenden entfaltet wird. Benjamin Franklin sagte einst: «Seid achtsam bei kleinen Ausgaben – auch kleine Lecks versenken ein grosses Schiff.» Genauso ist es mit der Potenzialentfaltung aller Mitarbeitenden; wird es nicht voll entfaltet, lässt man Gewinne einfach so an sich vorbeiziehen – und sinkt eines Tages. Die grössten Lecks sind dort, wo die positiven Arbeitserlebnisse und das gegenseitige Vertrauen verloren gehen.

Maslow zeigte in seiner Bedürfnispyramide auf, dass Menschen erst physiologische, sicherheits-, soziale und Individualbedürfnisse befriedigen müssen, bevor sie sich selbst verwirklichen können. Ähnlich ist das bei den Grundbedürfnissen am Arbeitsplatz; 30 Jahre Forschung ergaben, dass es  vertrauensbasierte Beziehungen, Stolz und Teamgeist braucht, bevor das Potenzial aller Mitarbeitenden entfaltet werden kann.

So wird in der heutigen Arbeitswelt die Potenzialentfaltung aller Mitarbeitenden das Herzstück eines grossartigen Arbeitsplatzes – und gleichzeitig auch der Flaschenhals für das Bestehen von Organisationen.

Führungsqualität

Um das volle Potenzial aller Mitarbeitenden auszuschöpfen braucht es Führungsqualität. Führungsqualität zeichnet sich durch Sinnstiftung, Respekt, Fürsorge und Fairness gegenüber den Mitarbeitenden aus – indem die Führungspersonen die Mitarbeitenden wertschätzen und die Unternehmenswerte aktiv vorleben. Genauso wichtig ist das gegenseitige Vertrauen im Management, da Führung in modernen Arbeitswelten nicht nur horizontal, sondern auch vertikal und geteilt stattfindet. Nur so wird eine vertrauensbasierte Arbeitsplatzkultur von allen Beteiligten und Betroffenen getragen. Ausserdem sollte jede Managementstufe eine kohärente Strategie kommunizieren. Jede Geschäftseinheit, jede Abteilung muss verstehen, welchen Teil sie zur gemeinsamen Unternehmensvision beitragen. Schlussendlich ist es wichtig, dass die Leadership-Teams die Diversität der Belegschaft repräsentieren. Je besser sie in Führungsteams widergespiegelt ist, desto höher ist die Glaubwürdigkeit bei den Mitarbeitenden – denn Menschen, die einem ähnlich sind, glauben wir mehr.

Gelebte Werte

Wer bei gelebten Werten an Slogans oder die Karrierewebsite denkt, ist auf der falschen Fährte. Gelebte Werte sind die Prinzipien, die die Art und Weise aufzeigen, wie Mitarbeitende täglich in einer Organisation miteinander zusammenarbeiten. Untersuchungen der Arbeitsplatzkultur von über 700 Unternehmen zeigten, dass gelebte Werte zu einer höheren Integrität bei Mitarbeitenden und somit zu höherer Produktivität, grösserer Profitabilität, besseren Unternehmensbeziehungen und einer höheren Arbeitgeberattraktivität für potenzielle Talente führten. Es zahlt sich also aus, die Unternehmensstrategie auf die gelebten Werte abzustützen.

Vertrauen

Der Schlüssel zur Potenzialentfaltung aller Mitarbeitenden ist Vertrauen. Vertrauen – vor allem eine Vertrauensbeziehung zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften – bleibt das wichtigste Gut in der heutigen Arbeitswelt. Denn auch wenn sich die Geschäftswelt ändert, so bleiben Menschen immer noch Menschen und Vertrauen die universale Bedingung für positive Interaktionen. Als Grundlage einer vertrauensbasierten Arbeitsplatzkultur, braucht es Glaubwürdigkeit, Respekt, Teamgeist, Stolz und Fairness. Wenn sich Führungspersonen und Mitarbeitende fair verhalten, mit allen respektvoll umgehen und zeigen, dass sie fähig sind, das Geschäft kompetent und integer zu führen – dann entsteht Vertrauen. Eine vertrauensbasierte Arbeitsplatzkultur ermöglicht, dass Entscheidungen schneller gefällt werden, alle Mitarbeitenden einbezogen werden und die Zusammenarbeit gefördert wird. Gerade deswegen ist Vertrauen auch dringend benötigter Nährboden für Agilität. Wenn also das Great Place to Work® For All Modell der Motor ist, dann ist Vertrauen der Treibstoff.

Innovationskraft

Wenn das Potenzial aller Mitarbeitenden durch Führungsqualität, gelebte Werte und Vertrauen voll entfaltet wird, steigt das Engagement und die Motivation der Mitarbeitenden, sich produktiv in eine Organisation einzubringen. Die Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und die Globalisierung sowie dem Trend zu neuen Arbeitsformen führt dazu, dass Organisationen stetig innovativ bleiben müssen, damit sie dem hohen Wettbewerbsdruck begegnen können. Innovation betrifft dabei die Produkte und Dienstleistungen, die internen Prozesse sowie die Zusammenarbeit. Eine höhere Effizienz und Profitabilität sind die Konsequenzen der permanenten Innovationsarbeit einer Organisation.

Für diese Innovationskraft brauchen Organisationen aber die  kollektive Intelligenz und das Engagement aller Mitarbeitenden. Werden in Arbeitsplatzkulturen die Ideen von Mitarbeitenden nicht gehört, nicht ernst genommen oder nicht umgesetzt, wird die Motivation und das Engagement verschwinden – und mit ihnen die Mitarbeitenden. Sie werden die Idee in einem anderen Unternehmen oder im eigenen Start-Up umsetzen. Wenn die Mitarbeitenden aber in einem ermutigenden und inspirierenden Klima arbeiten, werden auch die Ideenimpulse zunehmen und so die Innovationskraft steigen, sofern das Potenzial aller Mitarbeitenden entfaltet wird.

Wertschöpfung

Um Stabilität aufzubauen, braucht ein Unternehmen eine langfristige Strategie und eine nachhaltige Wertschöpfung. Dieses Ziel wird häufig versucht durch Kostenreduktionen oder Preiserhöhungen zu erreichen. Der wichtigste Treiber der Wertschöpfung wird jedoch ausser Acht gelassen: die Mitarbeitenden. Unter der Voraussetzung einer vertrauensbasierten Arbeitsplatzkultur und positiven Erlebnissen, liefern die Mitarbeitenden die grösste Power für Wertschöpfung. Durch ihre Motivation und ihr Engagement gehen sie die Extrameile;  nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen – und haben dabei ein Lächeln im Gesicht. So wird nicht nur in der Kundeninteraktion mehr Wertschöpfung geschaffen, sondern in allen Stakeholderbeziehungen. Dies zeigt sich schlussendlich auch in den finanziellen Kennzahlen. Wer also in seine Arbeitsplatzkultur und somit in seine Mitarbeitenden investiert, investiert in eine höhere Wertschöpfung.

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